Bürgermeister warnt: Die Kelten fürchten Windräder!

Werden Kelten von Windrädern abgeschreckt? Forchheims Bürgermeister Stumpf meint: ja. Kein Wunder, dass immer weniger Fibeln (kleines Bild) produziert und gefunden werden. Fibeln sind bronzene Gewandnadeln der Kelten und damit so etwas wie die Vorläufer unserer Knöpfe. (Fotos: Windkraft Satire; das kleine Foto zeigt eine plastisch verzierte Bronzefibel, Laténekultur, 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts vor Christus; das Original ist Eigentum der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück, der Fundort die Schnippenburg, Ostercappeln-Schwagstorf, Landkreis Osnabrück)

Werden Kelten von Windrädern abgeschreckt? Forchheims Bürgermeister Stumpf meint: ja. Kein Wunder, dass immer weniger Fibeln (kleines Bild) produziert und gefunden werden. Fibeln sind bronzene Gewandnadeln der Kelten und damit so etwas wie die Vorläufer unserer Knöpfe. (Fotos: © Windkraft Satire; das kleine Foto zeigt eine plastisch verzierte Bronzefibel (Replik), Laténekultur, 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts vor Christus; das Original ist Eigentum der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück, Fundort: Schnippenburg, Ostercappeln-Schwagstorf, Landkreis Osnabrück)

Es ist an der Zeit, Windkraftgegner einmal ausdrücklich zu loben. Oft ernten sie bloß unseren Spott, weil sie rückwärtsgewandt, blind für die Rettung unserer Lebensgrundlagen sind oder weil sie die Rolle der Büttel von Kohle- und Atomkonzernen einfach nicht abschütteln können. Mit Franz Stumpf aber muss die Geschichte der Windenergie-Skeptiker neu geschrieben werden.

Der Oberbürgermeister der oberfränkischen Stadt Forchheim ist mit einer Weitsicht geschlagen, die selbst dann noch hell leuchten wird, wenn sämtlichen abgebrannten AKW-Brennstäben das Strahlen längst vergangen ist.

Franz Stumpf wollen wir für seine schon bald wahr werdende Vision von der nächsten Völkerwanderung in Europa ehren. Er hat sich vehement und erfolgreich gegen zwei Windenergie-Vorrangzonen in Effeltrich und Pinzberg in Franken ausgesprochen. Windräder dort aufzustellen, argumentierte Stumpf sinngemäß vor dem Planungsverband Oberfranken-West[1], vertrage sich nicht mit den Lebensgewohnheiten der Kelten, den vorrömischen Völkergruppen.

Warum nicht?

Na, weil der fränkische Höhenzug und die angrenzende Kulturlandschaft namens Walberla natürlich kein Windrad kannten, als 2000 Kelten dort ihre frühgeschichtliche Siedlung errichteten. Leuchtet ein: Ältere Rechte schlagen neue Energien. Ein Bürgerforum feiert den Oberbürgermeister frenetisch[2] für dessen heldenhaften Einsatz, uns und den Kelten einen unverstellten Blick über ihr Stammesgebiet zu bewahren. Sobald die verlorenen Keltensöhne zurück auf dem Walberla sind, sollte Visionär Stumpf sie als Erster rituell und gründlich waschen dürfen!

Windkraft Satire wollte gerne mit dem Frühgeschichte-Experten über seine seherischen Fähigkeiten und die bevorstehende Heimkehr der Kelten zum Walberla sprechen. Die Interviewanfrage ließ der OB bisher unbeantwortet. Wir schätzen, Stumpf hat stumpf keine Zeit für ein Gespräch.

Denn wenn die Kelten zurückkehren, um am Walberla ihre Erbpachtverträge zu verlängern, muss der Blick ins Tal natürlich wieder dem von vor rund 4000 Jahren entsprechen. Stumpf arbeitet gewiss kurz vor seiner Pensionierung gerade daran, die (noch) gut zu sehende ICE-Trasse aus der jüngfräulichen Landschaft zu reißen. Dann muss auch noch die Autobahn abgebaut werden. Und schließlich sind diverse Kirchen der Ortschaften dem Erdboden gleich zu machen. Klingt gerade im katholischen Bayern hart, aber Franz Stumpf muss jetzt konsequent sein. Denn 2000 Jahre vor und wieder 2000 Jahre nach Christus dürfen die Kelten durch nichts verschreckt werden, das sie nicht kannten – und ergo nicht kennen lernen dürfen.

Bewahren wir gemeinsam mit Franz Stumpf die Schöpfung und die Lebensgrundlagen der Kelten – niemals Windräder am Walberla!

 

[1] Zum Nachlesen gibt es hier die Niederschrift des Planungsverbands Oberfranken-West
[2] Das Bürgerforum Hetzles lobt die Verbundenheit des Bürgermeisters mit den Kelten auf diese Weise

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