Artenschutz perfekt: Tiere töten, um Tiere zu retten

Geschichten aus dem Tierreich: Diesmal von Insekten und schrägen Vögeln

"So, mit dem doppelseitigen Klebeband auf den Rotorblättern wollen wir mal prüfen, ob Insekten hier den Tod finden. ...wehe, Ihre Höllenmaschinen tun auch nur einer Fliege was zuleide!" (Karikatur: © Heinrich Schwarze-Blanke, www.hsb-cartoon.de)

„So, mit dem doppelseitigen Klebeband auf den Rotorblättern wollen wir mal prüfen, ob Insekten hier den Tod finden. …wehe, Ihre Höllenmaschinen tun auch nur einer Fliege was zuleide!“
(Karikatur: © Heinrich Schwarze-Blanke, www.hsb-cartoon.de)

Es leben die Artenschützer der ersten Stunde, die den inzwischen durch Windräder verursachten Weltuntergang früh prophezeit hatten!

Lange vor dem eingetretenen Aussterben der Schwarzstörche, Rotmilane und Fledermäuse hatten sie vorhergesehen, dass es zunächst sämtlichen Mücken und anderen Insekten an den Kragen gehen würde. Und doch sah die Weltgemeinschaft tatenlos zu, wie Fantastillionen von Kleinstlebewesen in den Kreissägerotoren der Windspargel verendeten.

Heute verehren wir Tierfreunde jene Helden, die in den 80er- und 90er-Jahren todesmutig die ersten Windräder in der Republik verhindern wollten. In der Gemeinde Wangerland an der Nordsee fuhren Männer der örtlichen Kreisverwaltung mit ihren kaum für das menschliche Auge sichtbaren Luxuskarossen bei den Windmüllern vor. Die Windrad-Monster mit der ewige Verdammnis bringenden Leistung von 75 Kilowatt sollten, nein: mussten gezähmt werden.

Auf ihrem Weg durch die Kleinstadtdschungel und das seit Jahrtausenden naturbelassene Friesland schlugen die Artenschützer Schneisen durch unberührte Wildnis. Sie ließen sich dabei auch von den natürlichen Feinden der menschlichen Spezies nicht aufhalten. Nein, sie befreiten mit ihren PS-schwachen, mit regenerativem Mineralöl betriebenen Fahrzeugen die Menschheit von hochgefährlichen, tollwütigen Bestien wie Hase, Fasan, Fuchs und Reh.

Nur so erreichte ihre kostbare Fracht das Ziel: Doppelklebeband!

Anzubringen an den Rotoren des Windrads, mit einer Wirkung wie Fliegenfallen in der Küche. Ein unbestechlicher Zeuge für das Artensterben von Insekten an Windkraftanlagen! Wie zum Beweis, dass die Räder sterbenskrank machten, fielen Mücken und Käfer reihenweise vom Himmel, kaum dass das Artenschützer-Auto zum Stehen kam. Die sterbenden Insekten fanden ihre letzte Ruhestätte wundersamerweise direkt neben den Kadavern der Wildtiere auf Windschutzscheibe und Kühlergrill. Ein Bild der Harmonie, der Stille und des Friedens.

Dieses Bild soll uns mahnen. Mahnen vor Windrad-Ungetümen wie jenen in Wangerland und all seinen Nachfahren. Und deshalb sind auch heute noch tagtäglich Artenschützer in Autos unterwegs, zu Anti-Windrad-Demos, zu Veranstaltungen von Wutbürger-Initiativen, zur Beisetzung von Windrad-Schlagopfern. Artenschützer, die Rehe erlegen, um Schwarzstörche vor Windrädern zu bewahren, die Fasane aus dem Weg räumen, um Fledermäusen das Leben zu retten, ja, die sogar Rotmilane überfahren, um Rotmilane zu retten. Danke im Namen von Fauna und Flora!

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