.

Seehofers Mami macht’s: Windstrom an Bayerns Grenzen abweisen – Erste Transitlager eröffnet

Horst Seehofers Mami ist der Kracher, Mami räumt radikal auf: Mit Mami, dem Masterplan Migration, ordnet der Bundesinnenminister in Wahrheit den Energiemarkt neu. „Wir stoppen den illegalen und massenhaften Zustrom von Strom aus Windkraft an Bayerns Grenzen“, verkündete Seehofer jetzt in Berlin.

So sieht Seehofers Masterplan Migration (Mami) in der Realität aus: An der Grenze zu Hessen fängt Bayern illegalen Windstrom ab. Hier eins der neu eröffneten Transitzentren, genannt TransFairOase (TraFO). (Foto: © Windkraft Satire)

Mit dem lange geheim gehaltenen Mami-Plan nehmen umgehend auch die umstrittenen Transitzentren ihre Arbeit auf, die nun TransFairOasen (TraFO) heißen. Sie stehen ausschließlich entlang der bayrischen Landesgrenzen. „Das ist ein Kompromiss, der von der gesamten Bundesregierung getragen wird“, sagte Seehofer vor Medienvertretern. „Sie erleben gerade einen glücklichen Migrationsminister.“ Einen Mimi sozusagen, dessen Mami lange Zeit die Koalition an den Rand des Abgrunds getrieben hatte. Denn Seehofer wollte mit den TransFairOasen ursprünglich ganz Deutschland gegen Windstrom abschotten.

Bayern will Stromtourismus beenden – TransFairOase (TraFO) speichert Migrationsstrom maximal 48 Stunden

Seehofer pflegt jedoch eine alte Tradition von Bundesministern aus der CSU, nämlich fehlende Fachkompetenz[1]. Und so hatte er übersehen, dass es sich bei der Durchleitung von Energie um Binnenmigration handelt. Strom werde in der Regel innerhalb Deutschlands produziert und dann inländisch verteilt, soufflierte der für alle Ministerien zuständige Gesundheitsminister Jens Spahn ungefragt. Aus dem Ausland reisten höchstens fünf Kilowattstunden pro Tag ein. „Die Gefahr kommt also von innen“, dieser Gedanke traf Seehofer wie ein Stromschlag. Um nicht wie Dick und Doof dazustehen, setzten Seehofer und Bayerns Ministerpräsident Brutus Söder im Berliner Koalitionsausschuss immerhin durch, die Binnengrenzen des Freistaats zu Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen schließen zu dürfen.

In die bayrischen TransFairOasen wird nun massenhaft Migrationsstrom aus dem Norden Deutschlands eingewiesen. „Damit ist dem Stromtourismus endlich ein Ende gesetzt“, sagte Seehofer. Der Strom, laut Seehofer meist jung und männlich, lagert bis zur Ablehnung des Asylantrags in entelektrifizierten Zellen. Sie bieten Platz für jeweils zwölf Migrawattstunden (MWh). Kontakt zur Außenwelt ist unmöglich, humanitäre Hilfe aus technischen Gründen nicht vorgesehen. Auch sinnvolle Aktivitäten zur Entspannung sind dem Windstrom verboten. Nach kurzer Speicherung von maximal 48 Stunden soll der Migrationsstrom rückgeführt werden.

Södhofer fürchten Kretschmanns Strom-Schlepperbanden – Denn im Ländle schießen Windräder wie Pilze aus der Erde

Gerade der Nachbar im Westen ist den unzertrennlichen Bajuwaren „Södhofer“ ein energiepolitischer Dorn im Auge. Baden-Württemberg hat unter dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann die Liebe zur Energie aus der Luft entdeckt und baut immer mehr Windmühlen[2]. Damit war nicht länger auszuschließen, dass bald auch Kretschmanns Ländle Grünstrom unkontrolliert nach Bayern einschleusen werde.

Da kommt den Bayern das veränderte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ganz recht. Es regelt den Ausbau der Windenergie über Ausschreibungsverfahren und lässt den Freistaat in schöner Regelmäßigkeit leer ausgehen. In der ersten Ausschreibungsrunde 2018 erhielten noch zwei bayrische Windenergie-Projekte den Zuschlag, im Mai nur noch eins.[3] Vor der dritten Ausschreibungsrunde im August hat Bayern seine Stromasyl-Gesetzgebung noch einmal verschärft und will gar kein Windpark-Projekt mehr zulassen. „Ich stehe für die schwarze Null“, sagt Söder über seine regenerative Strategie.

Ein Eingriff wie dieser ist in der Politik ohne Beispiel, denn der Strommarkt in Deutschland mitsamt dem lose angeschlossenen Freistaat Bayern ist eigentlich privatwirtschaftlich geregelt. Den nationalen Alleingang Bayerns konnten Seehofer und Söder aber durchsetzen, weil im Freistaat bekanntlich seit 1946 eine CSU-Diktatur herrscht.[4]

CSU setzt auf Klima-, Grünstrom- und Asylexperten der AfD für Bundeshetzagentur

Doch selbst der christlich-soziale Totalitarismus ist endlich. Und so baut Noch-Ministerpräsident Söder bereits für die Zeit nach der verlorenen Landtagswahl im Oktober vor. In Kürze nimmt die Bundeshetzagentur (Bha) unter Führung von Björn Höcke ihren Dienst in München auf. Der AfD-Experte in Asyl-, Klimawandel- und Windenergiefragen[5] sitzt zur Rechten Söders in der Feldherrenhalle und ließ sich ermächtigen, den Migrationsstrom in den TraFOs zu überwachen. Er wolle notfalls an den innerdeutschen Grenzen von der Schusswaffe Gebrauch machen und damit die Reinheit des bayrischen Kohle- und Atomstroms verteidigen. Mit dieser Personalentscheidung greift Söder der kommenden Schwarz-Braunen Koalition in Bayern vor. Kristallnachtklares Ziel von Höckes Bha ist es, Windstrom frühzeitig davon abzuhalten, sich aus den Herkunftsbundesländern nach Bayern aufzumachen.

Irre Abstandsregelungen in Bayern waren offenbar nur der erste Schritt zum Ziel, „Windradbefreite Zone“ zu werden. Mit dem Masterplan Migration und der Bundeshetzagentur unter AfD-Führung wird endgültig klar, dass der Freistaat das Bleiberecht für Windräder komplett abschaffen will.

[1] Der Volksmund spricht vom „Dobrindt-Syndrom“.
[2] Diese Entwicklung beschreibt das Fachmagazin Erneuerbare Energien.
[3] Die aktuellen Zuschläge veröffentlicht die Bundesnetzagentur online, hier für die zweite Runde 2018.
[4] Siehe Focus online.
[5] Die Haltung der AfD zur Windenergie beschreibt auch die Zeit online.

Schreibe einen Kommentar